Artikel-Schlagworte: „Politik“

Der Fall von Troy Davis sorgt weltweit für Aufsehen und massenweise Proteste. In der Nacht zum Donnertag (01:00 Uhr MEZ) soll der als Polizistenmörder zum Tode verurteilte Inhaftierte in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Georgia hingerichtet werden. Seine Verurteilung gilt als eine der umstrittensten und mysteriösesten der gesamten US-Justizgeschichte. Obwohl mittlerweile sieben von neun damaligen Zeugen ihre Aussagen widerrufen haben und kein einziger Beweis, nicht einmal ein Indiz darauf hinweisen, dass Troy Davis die Tat überhaupt begangen hat, wird der 42-Jährige in der kommenden Nacht wahrscheinlich durch die Giftspritze sterben. Nicht nur ewige Verfechter der Todesstrafe – auch politische Größen wie Ex-Präsident Jimmy Carter, die EU und sogar Papst Benedikt XVI. appelierten an den Gouverneur von Georgia, das Todesurteil gegen Davis aufzuheben.

Foto: pixelio.de / Gerd Altmann
Foto: pixelio.de / Gerd Altmann

Die Griechenland-Krise, die Beinahe-Insolvenz der USA und damit einhergehend das jüngste Börsenchaos. Jür jeden unverkennbar herrscht vor allem in der Weltwirtschaft derzeit mächtig Schieflage. In der Vergangenheit war es immer so – zumindest seitdem ich denken kann, dass kurz vor knapp ein Schalter umgelegt und der vielbefürchtete Super-Gau noch abgewendet wurde. So auch wie in den oben gezeichneten Szenarien. Doch zum ersten Mal seit langem hat man als Einzelner den Eindruck, dass es so wie es bislang lief nicht mehr lange gut gehen kann. Da drehen große Nationen einfach kurz an der Schuldenschraube, schaffen Raum für neue Investitionen mit Geld, das im Grunde überhaupt nicht da ist. Ähnlich wie das Pyramiden-System ist auch diese Machart irgendwann erschöpft – nämlich dann, wenn das hinterste Ende der Kette, Dienstleister oder kleine Unternehmen, die mehr als nur von Zahlen auf einem Display abhängig sind, kein Bares mehr erhalten. Wir scheinen auf der Schwelle angelangt zu sein, wo die Frage im Raum steht: Wie geht es danach weiter, wenn das gesamte System gekippt ist? Der Kapitalismus, bei dem es darum geht, so schnell und so viel Geld wie nur irgendwie möglich anzuhäufen, scheint in seiner Ur-Form am Ende – Revolutionsgedanke macht sich breit.

Es war der “Black Friday” der Online-Pokerszene in den USA – und vielleicht auch der Anfang vom Ende des “schnnellen Geldes”. Millionen von Internetnutzern blicken dieser Tage gebannt nach Übersee und warten die dortigen Ereignisse ab. Am späten Freitagnachmittag sperrte die US-Bundespolizei, das FBI, aus dem Nichts die drei Internetportale der “Big 3″ der Online-Pokerszene in den USA. PokerStars, Full Tilt und Absolute Poker waren und sind noch immer “offline”, lediglich eine Warnung der Bundesbehörde prangert noch auf den jeweiligen Startseiten. Die Vorwürfe: Alle betroffenen Anbieter sollen sich der Geldwäsche, des illegalen Glücksspiels und des Bankbetrugs schuldig gemacht haben! Die drastischen Maßnahmen vom Freitag sind das Ende einer langen Kette, die mit dem Gesetzbeschluss von 2008 ihren Anfang nahm, nach welchem Online-Poker in den USA illegal ist.