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Mit seinem gamescom-Beitrag vom letzten Freitag scheint sich RTL gewaltig in die Bredouille manövriert zu haben – und ist nun auf Schadensbegrenzung aus. Nach einer Endlos-Protestwelle, die der Sender so in der Form wohl noch nie erlebt haben dürfte, ruderte RTL am Donnerstag zurück. Auf der Homepage (immerhin: mit dem dazugehörigen Video) ist eine kurze und knappe Entschuldigung zu lesen. Die Verallgemeinerung und Überzeichnung des Beitrags sei ein Fehler gewesen, heißt es dort. “Wenn wir damit Gefühle verletzt haben sollten, entschuldigen wir uns ausdrücklich dafür. Der bei facebook privat gepostete Kommentar des RTL-Redakteurs war ausschließlich dessen private Meinung und in keinster Weise die von RTL.” – gemeint ist Tim Kickbusch, der die ganze Sache verzapft hat. Dieser hatte sich nach dem losgetretenen “Shitstorm” auf seiner Facebook-Seite zu Wort gemeldet und gemeint, ihn würden die Reaktionen der Gamer nicht stören, weil der gamescom-Beitrag ja offensichtlich nicht ganz ernst gemeint gewesen sei. Der darauffolgende Satz brachte das Fass schließlich ganz zum Überlaufen.

Da fielen mir – als alt eingestandenem PS3′ler – glatt die Augen raus! Der RTL-Bericht zur gamescom 2011 in Köln (in “Explosiv” vom 19. August 2011) stellt Gamer hierzulande buchstäblich bloß – als müde belächelt, heruntergekommene Versager und Außenseiter der Gesellschaft werden wir darin dargestellt. Die blanke Ironie in der Stimme des Sprechers setzt dem Beitrag – wahrscheinlich anders als ursprünglich angedacht – dabei noch das i-Tüpfelchen auf. Am Anfang denkt man sich als Zuschauer noch: “Okay, ist ja alles nicht so schlimm – halt unglücklich aufgezogen das Ganze!” Doch mit immer mehr voranschreitender Länge verliert sich der Beitrag in stupidem Schubladendenken. Am Ende werden sogar noch einzelne Leute herausgepickt und vor der Kamera zur Schau gestellt.