Real Life Superheroes: Die wahren Superhelden unserer Zeit

Alles klingt ein bisschen nach Hollywood – entsprungen aus Filmen wie “Watchmen” oder “Defendor”: In den USA hat sich eine kleine Gemeinschaft unter dem Namen “Real Life Superheroes” zusammengerauft, um gegen das Verbrechen vorzugehen. Die Superhelden unserer Zeit heißen nicht Superman oder Batman, sondern “Thanatos”, “Catastrophe” und “Thunder 88″. Dabei agieren die meisten im Hintergund, helfen ehrenamtlich bei der Verteilung von Kleidern und Nahrungsmitteln an Obdachlose, engagieren sich gemeinnützig für sauberes Trinkwasser oder dergleichen – einige von ihnen packen jedoch auch richtig zu und zeigen echte Zivilcourage.

Auf ihrer offiziellen Homepage erklären die Real Life Superheroes ihre Absichten: Nach dem Motto “Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen” gehen die Mitglieder kostümiert auf die Straßen und helfen, wo Not am Mann ist. Die essentielle Frage, die sich vielen stellt – “Who can be a superhero?” – wird auf ihrer Website wie folgt beantwortet: “Anyone who wants to make a positive change in their neighborhood, and the world around them.”

Ernsthaft in Konflikt mit dem Gesetz ist noch niemand gekommen. Das liegt in erster Linie auch daran, dass die “Real Life Superheroes” keine Schusswaffen tragen und allenfalls mit Tasern oder Schlagstöcken gegen Angreifer vorgehen. Prominent wurde die Vereinigung erst jüngst durch einen vereitelten Autodiebstahl in Seattle: Zusammen mit einigen Superhelden-Kollegen half der in Kampfkünsten erprobte Phoenix Jones – in schwarz-gelben, hautengen Overall gekleidet – dem recht verdutzten Opfer aus dessen misslicher Lage. Dabei riskieren einige der “Real Life Superheroes” oftmals auch Kopf und Kragen. Eben jener Phoenix Jones trug Medienaussagen zufolge vor kurzem erst bei einem Handgemenge ein gebrochenes Nasenbein davon.

Das Superhelden-Dasein ist halt nichts für Zartbesaitete! Doch es geht natürlich auch ohne Umhang und Superkräfte, wie das beherzte Eingreifen von Zivilisten beim Attentat auf die US-Abgeordnete Gabrielle Gifford in Arizona erst Anfang Januar wieder einmal zeigte. Durch ihr Einschreiten verhinderten die Passanten laut Polizeibericht noch Schlimmeres – und gerade diese Message wollen wohl auch die “Real Life Superheroes”, wenn auch auf etwas bizarre Weise, nach außen tragen: Zivilcourage ist in diesen Tagen vielleicht wichtiger denn je. Nur Wegschauen heißt nicht, dass kein Unglück passiert.

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