kinox.to – Nachfolger von Movie-Stream-Portal kino.to im Netz

Seit Beginn dieser Woche ist kinox.to – der augenscheinliche Nachfolger der illegalen Film- und Video-Streamseite kino.to – online. Design, Usability und auch Inhalt sollen dem vor gut einem Monat von der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) lahmgelegten “Vorgänger” laut Medienberichten verblüffend ähneln. Die unbekannten Macher hinter dem neuen Portal meldeten sich mit provokantem Unterton zu Wort. “Denkt ihr wirklich, ihr könnt uns stoppen, nur weil ihr haufenweise Geld habt?” soll es u. a. auf der Homepage heißen. Derweil sollen Hacker im Gegenzug die Website der GVU für kurze Zeit außer Gefecht gesetzt haben (die Homepage ist mittlerweile wieder erreichbar) – “Es sieht aber so aus, als wären wir selbst Opfer einer Denial-of-Service-Attacke geworden”, hieß es in einer Erklärung von GVU-Sprecherin Christine Ehlers auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dapd hin.

Wie u. a. das Hamburger Abendblatt berichtet, begründen die Seiteninhaber von kinox.to den Launch ihres kino.to-Klons damit, dass das “legendäre” Online-Stream-Portal kino.to eine der Lieblingsseiten vieler deutscher und ausländischer Internetnutzer gewesen sei, die es satt gehabt hätten, viel Geld für überteuerte Kinovorstellungen und verspätete Serien-DVD-Releases auszugeben.

Vor ihrem Shutdown im Juni 2011 verzeichnete die Seite kino.to laut Betreiberangaben rund vier Millionen Userzugriffe täglich (!) – was für die Filmwirtschaft jedoch Gesamtverluste im siebenstelligen Bereich zur Folge hatte und für die Seitenbetreiber des Online-Stream-Portals selbst ein gewinnbringendes Geschäft war. Der letzte Aspekt wird von den Machern des Nachfolgers – kinox.to – allerdings in keinster Weise angesprochen, war er aber vermutlich Hauptbeweggrund für den (Re-)Launch des Portals.

kinox.to rettet Internet-Deutschland (?)

Nach dem Coup im vergangenen Monat reagierte die GVU überraschend gelassen auf den kino.to-Nachfolger “kinox.to”. “Das Auftauchen der Seite ist keineswegs überraschend”, so eine erste Erklärung, “Dass es vergleichsweise lange gedauert hat, bis diese Resteverwertung von Kino.to online gestellt wurde, offenbart, wie empfindlich die Aktion der Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Szene getroffen hat.” Wahrscheinlich ist der Shutdown von kinox.to sowie anderen vergleichbaren Anbietern auch nur wieder eine Frage der Zeit – Fakt ist nun einmal, dass Anbieter auch auf diesem Sektor sprichwörtlich wie Sand am Meer vorhanden sind, wie auch die humorvolle Reaktion der User auf den Shutdown von kino.to auf Twitter & Co. zeigte: “Furchtbar: Razzia bei kino.to zwingt Millionen User, zwei Minuten nach neuer Streaming-Plattform zu suchen…”

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