Günther Jauch: Weiße Socken zum Abschied bei stern TV

Quelle: RTL / Stefan Gregorowius
Quelle: RTL / Stefan Gregorowius

“Für mich soll’s rote Rosen regnen…”, sang einst Hildegard Knef. Für den Vorzeigemoderator und Traum aller Schwiegermütter reichte es nach über 1.167 Sendestunden bei „stern TV“ allerdings nur für weiße Socken. Nicht, dass sein Arbeitgeber das Geld für Rosen für sein Zugpferd nicht hätte aufbringen können, vielmehr war es ein Hinweis auf die Angst des Moderators Günther Jauch vor weißen Socken. Origineller und viel bunter wäre ein Regen der von Günther Jauch bevorzugten klein gemusterten Krawatten gewesen, die nicht nur von seinem Kollegen und Freund Thomas Gottschalk kritisiert wurden. Ob man allerdings dessen Kritik so ernst nehmen sollte, bleibt dahingestellt. Der Oberguru des Dauerbrenners „Wetten dass…?“ beweist bei der Wahl seiner TV- Klamotten ja auch oft, dass er nicht besonders geschmackssicher ist. Aber das gehört wohl dazu, um die Quoten anzuheizen.

Ab Herbst 2011 soll Günther Jauch jedenfalls auch für die ARD arbeiten und Anne Will, die eigentlich eine brauchbare Moderation und Sendung ablieferte, von ihrem Sendetermin am Sonntag um 21.45 Uhr verdrängen. Ob das zum Vorteil ist, wird sich noch zeigen.

Wenn nun die neue Sendung von und mit dem Moderator Günther Jauch, der sich nicht als Entertainer, sondern vielmehr als Journalist sieht, langfristig vielleicht nicht die erhoffte Akzeptanz bei den Zuschauern findet, und damit nicht die kalkulierte Einschaltquote für die ARD liefert, kann der emanzipierte Zuschauer sich ja wieder von der Sendung „Wer wird Millionär?“ berieseln lassen. In dieser Sendung kommen die journalistischen Qualitäten Günther Jauchs ganz besonders gut zum Vorschein.

Der Moderator, der mit dem Understatement kokettiert, erscheint dem Zuschauer manchmal so, als hätte er sich im Fernsehstudio verlaufen, obwohl er, wie das nicht nur in anderen Ländern durchaus üblich ist, die Sendungen von seiner eigenen Produktionsgesellschaft für die Fernsehsender produzieren lässt. So viel zum journalistischen Gespür von Günther Jauch. Vielleicht wird er nun doch mehr Entertainer als Journalist?

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