Freibad statt Tunnel: Kein Bud-Spencer-Tunnel in Gmünd!

Am Mittwoch beriet sich Schwäbisch Gmünd auf der von vielen lang herbeigesehnten Gemeinderatssitzung über den mittlerweile bundesweit diskutierten “Bud-Spencer-Tunnel”. Die Stimme des Volkes war eindeutig: Laut ZDF-Nachrichten hatten über 100.000 (!) User online für den Buddy-Tunnel in Gmünd gestimmt (gefolgt von rund 1.000 Stimmen für “Erwin-Rommel-Tunnel”). Die Skandal-Entscheidung folgte auf den (Platt)Fuß: Es wird keinen Bud-Spencer-Tunnel geben, zumindest nicht in Schwäbisch Gmünd! Stattdessen soll ein Freibad zukünftig den Namen des schwergewichtigen Italo-Westernhelden tragen. Eigentlich auch eine viel näher liegende Wahl (Bud Spencer gewann in seiner Profi-Schwimmkarriere zwei Wettbewerbe in Gmünd) – doch vor allem die viel Tausend Online-Wähler, die über die Social-Network-Plattform Facebook mobil gemacht haben, gehen nun auf die Barrikaden.

Ein Freibad ist nun mal kein Tunnel! Die Entrüstung bei vielen Usern war groß, vor allem CDU-Politiker und Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold zog den Groll auf sich. Grundtenor: Wer eine offene Wahl veranstaltet, muss auch mit dem Resltat leben. Das sahen die Verantwortlichen jedoch ganz anders – und schritten noch während des laufenden Online-Votings ein (als klar war, wohin die Richtung gehen würde). Schließlich habe die Namenswahl unter Mithilfe der zig Tausend Voter doch nur wörtlich “ein Meinungsbild liefern sollen”. Eine Werbung für mehr Wahlbeteiligung innerhalb der Bundesrepublik allgemein war die Gmünder Aktion jedenfalls nicht.

Immerhin: Ohne Facebook hätte es wohl nie ein Bud-Spencer-Freibad in Gmünd gegeben, ein echtes Happy-End für das “wahre Sommermärchen” blieb Deutschland aber wieder einmal verwehrt. Der mittlerweile 81-jährige Bud Spencer meldete sich im Zuge der Buddy-Hysterie ebenfalls zu Wort, wäre zur Einweihung des Bud-Spencer-Tunnels sogar persönlich nach Gmünd gekommen. Ein Schwimmbad nach ihm zu benennen, fände er aber auch schön und habe er sich verdient (in Anspielung auf sein Schwimm-Intermezzo in den 50ern). Kommen will er trotzdem – irgendwann.

In Memory of the Bud-Spencer-Tunnel

Für den Bud-Spencer-Tunnel – so viel steht fest – wären wohl Hunderte, wenn nicht Tausende von Fans extra nach Gmünd gereist, um einen Schnappschuss bei der Durchfahrt mit dem Auto zu ergattern. Das bestätigen auch viele Kommentare in Foren und auf Facebook. Doch für ein Freibad extra nach Gmünd fahren? In Lommatzsch (Sachsen) gibt es bereits ein Terence-Hill-Freibad, da ist das “Frei-Bud” oder ein “Bad Spencer” nur ein müder Abklatsch. Mit dem Bud-Spencer-Tunnel hätte sich Gmünd fast schon legendär – oder zumindest doch berühmt gemacht. Ein Name für den Tunnel steht im Übrigen immer noch nicht fest, der Gemeinderat vertagte sich am Mittwoch auf unbestimmte Zeit. Typisch, Politiker! Und was sagen unsere beiden Freunde zu dem ganzen Tohuwabohu?

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