Berlin: S-Bahn, Internet und Handys down – Chaos in der Hauptstadt

Der Schrecken kam für viele Berliner gleich zum Wochenanfang: Zuerst hieß es in einer Radiomeldung von 104.6 RTL am frühen Montagmorgen, dass “nur” der S-Bahn-Verkehr – vor allem in weiten Teilen des Ostens von Berlin - komplett ausfällt. Doch der Kabelbrand am wichtigen Knotenpunkt (und einer der größten Baustellen der Stadt) Berlin-Ostkreuz legte in der Nacht vom Sonntag zum Montag auch in vielen Haushalten die Internet- und Handy-Netze lahm. Betroffen sind vor allem Kunden des DSL-Anbieters Alice. Während wir Glück im Unglück hatten – und anscheinend nicht an der beschädigten Glasfaserleitung hängen, hat es u. a. auch einen Kollegen von uns erwischt. Genauso wie er strömten am Montag unzählige Berliner in die öffentlichen Bibliotheken und Internetcafés. Auch das S-Bahn-Chaos hält zur Stunde noch an: So verkehren wichtige Hauptlinien wie die S7 (nach Ahrensfelde) sowie die S75 (nach Wartenberg) momentan nur im 20-Minuten-Takt.

Laut einem Bericht der Berliner Morgenpost soll dieser Zustand noch über den gesamten Tag hinweg – und vielleicht sogar länger – anhalten. Leidgeprüfte S-Bahn-Fahrer in Berlin dürften sich an das Chaos jedoch mittlerweile fast schon gewöhnt haben. Auch der Regionalverkehr wurde durch den Kabelbrand in Ostkreuz beeinträchtig, zusätzlich kam es zu Einschränkungen durch einen Streik der Lokführergewerkschaft GDL bei der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) – die wieder einmal falsches Timing bewies. Für die unzähligen Studenten und Arbeitstätigen, die schon in den letzten Monaten auf Grund von sich häufenden Bahn-Pannen viel erdulden mussten, blieb auch zum Wochenstart wieder nur die Devise: Gute Miene zum bösen Spiel machen.

S-Bahn-Chaos in Berlin: Anschlag wird nicht ausgeschlossen

Die Ursachen für den Kabelbrand, der S-Bahn, Internet und Handys im Osten Berlins lahm legte, sind bis dato noch ungeklärt. Medienberichten zufolge wird aber auch Brandstiftung nicht ausgeschlossen. “Es wird in jede Richtung ermittelt”, wird Polizeipräsident Dieter Glietsch in der “Berliner Morgenpost” zitiert. Über eventuelle Entschädigungen seitens der Bahn, Alice oder weiteren betroffenen DSL- und Mobilfunkanbietern ist ebenfalls noch nichts bekannt.

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